Kurzer OffTopic: Nach der Finanzkrise

Das konnte ich einfach nicht ignorieren. Auch wenn es hier ganz und gar nicht zum Thema passt.

businesspundit.com hat 16 Firmenlogos auf die Schippe genommen, wie diese nach der Finanzkrise aussehen werden:

Einfach herrlich…

So, nun genug OffTopic, zurück zum eigentlichen Thema.. (;

Weihnachtsgefühle?

Nach doch recht langer Zeit melde ich mich hiermit, vom anderen Ende der Welt. Hier hat es die letzten Monate fast täglich heftig geregnet. In meiner Stadt fällt jedes Mal der Strom aus, sobald es zu regnen anfängt. Inzwischen habe ich mich schon daran gewöhnt, denn der Stromausfall macht natürlich auch vor einem Supermarkt oder der Schule nicht halt. Im Supermarkt wird dann an der Kasse einfach der Taschenrechner ausgepackt, in der Schule werden die Fenster – wegen der Sonneneinstrahlung mit dunkler Folie abgeklebt – geöffnet, und schon haben wir wieder Licht. 

Nur einen Nachteil hat das ganze: Ohne Strom funktionieren leider auch keine Klimaanlagen. Hier wird es mittags schon mal 30 Grad Celsius warm, in plus versteht sich. Dann setzt der Regen ein, und hört erst wieder mitten in der Nacht auf. Da mein Bairro (Stadtviertel) noch recht neu ist (wurde erst Anfang 2008 eingeweiht), gibt es hier zwar massig Platz für die Häuser, aber leider auch noch keine geteerten Strassen. Wenn es regnet, bilden sich zuerst Schlammstrassen, dann ein einziger, großer See. Da bleiben dann auch schon mal Autos stecken.  

Inzwischen habe ich Sommerferien, von Ende November bis Anfang Februar. Im Februar ist jedoch Karneval, da geht niemand in die Schule, nicht einmal die Lehrer. Ich bin auf meiner Schule immer noch der Star, jeder will mit mir befreundet sein. Inzwischen habe ich mich mit ein paar anderen Austauschschülern unterhalten, und wir haben alle das gleiche festgestellt: Man muss aufpassen, ob die Menschen mit „dem Deutschen“ befreundet sein wollen, um dich ihren Freunden vorstellen zu können, nach dem Motto: „Schaut mal, ich kenne einen richtigen Deutschen“. Oder ob sie mit dir als Person befreundet sein wollen. Leider überwiegt manchmal die erste Variante, inzwischen kenne ich aber genug Personen, die selbst (und auch deren Freunde) mit mir als Person befreundet sein wollen.  

Vom 16. bis 21. Dezember 2008 werde ich mit AFS nach Foz de Iguaçu fahren, zu den größten Wasserfällen der Welt. Natürlich berichte ich dann hier von meiner Reise.  

Ja, und nach der Reise ist bald Weihnachten. Allerdings bin ich im Moment gar nicht in Weihnachtsstimmung. Liegt das vielleicht daran, dass hier einfach „nur“ der Schnee fehlt und das Thermometer ein paar Grad zu warm anzeigt? Hier sind alle Häuser mit Lichterketten bis unter das Dach vollgehängt, jedes Geschäft wirbt mit „Weihnachts-Extra-Super-Sonder-Mega-Angeboten“, die Brasilianer sind also ziemlich verrückt nach Weihnachten. Nur der Papai Noel (Weihnachtsmann) sieht in seiner Vollmontur etwas verloren aus, wenn 35 Grad Celsius an Weihnachten erwartet werden.

Das mit der Uhr…

Gestern abend hab ich im TV einen brasilianischen Film gesehen.
Ging über Europa / Brasilien.

Geilstes Zitat darin:

Ihr in Europa habt die Uhr. Wir in Brasilien haben die Zeit.

Stimmt auf alle Fälle. Komm ich heute nicht, komm ich morgen oder gar nicht mehr.. :)

Lebe ich noch?

Mhh, gute Frage. Fühlt sich zumindest so an.

Gut, ich lebe also noch. Dann werd ich mich auch mal dran machen, hier wieder etwas längeres als 5 Zeilen zu schreiben. Dann hab ich wenigstens etwas in der Schule zu tun.. :)

15 Erkenntnisse über Brasilien

1. Alles wird verniedlicht: Hier wohnt man im Häusle, fährt schnellchen mit dem Bus ins Zentrum.

2. Uhrzeit?: Interessiert niemanden. Ich habe aus Spaß ein paar Leute auf der Straße nach der Zeit gefragt (auf meiner war es 15 Uhr) – Antworten: 13 Uhr, 18 Uhr, 10 Uhr, usw.

3. Brasilianer kann man nicht mit einsamen Stränden locken: Am Strand trifft man sich, um zu feiern.

4. Wer sich am Strand unter einem Handtuch umzieht, gilt als Sittlichkeitsverbrecher: Mit nassen Badeklamotten Omnibus zu fahren ist hingegen guter Stil.

5. Als Fußgänger die Strasse zu überqueren, ist lebensgefährlich!

6. Brasilianer fahren Auto, als wäre der Teufel hinter ihnen her: Ampeln sind grundsätzlich nur Deko für den Straßenrand, wer mit weniger als der doppelten erlaubten Geschwindigkeit fährt, bekommt gleich ein Hupkonzert ab.

7. Ein Aufkleber einer militärischen Einheit schützt besser als Alarmanlagen: Vor dem Militär haben selbst Diebe Respekt!

8. Marmelade gibt es in ketchupartigen Flaschen. Ja Bärbel, auch bei mir! :)

9. Fruchtsäfte sind billiger als Wasser.

10. Hausnummern gehen nicht numerisch, sondern metrisch vor. Superpraktisch – von Haus Nummer 35 bis Haus Nummer 135 sind es genau 100 Meter. Haus Nummer 36 wird man dagegen nicht finden.

11. „Schuhmacher“ kennt hier niemand, „Dschumacker“ aber schon!

12. Die erste Frage, die mir gestellt wird: „Flamengo ou Fluminense?“ – Sind beides Fußballvereine. Die zweite Frage war dann die nach meinem Namen.

13. Hier gibt es Brot, das so weich ist wie Toastbrot in Deutschland.

14. Drogenkontrollen gibt es nicht: Wer mit 1,0 Promille noch ordentlich fährt, ist willkommen. Außerdem hat die Polizei kein Geld für Blasrohre… :-)

15. Take it easy: Damit kann man das Leben hier doch recht gut beschreiben!

Brasilianische und deutsche Kultur – Wo sind die Unterschiede?

Gähn. Sind erst um kurz nach vier ins Bett… Und um 9 wieder aufgestanden. Kurz nach 13 Uhr sind wir dann zum nächsten Churrasco gefahren. Die Leute sind wirklich nett. Durfte allerdings eine Stunde lang mit einem Betrunkenen die Unterschiede zwischen der deutschen und brasilianischen Kultur ausdiskutieren. War nicht allzu anstregend. Er war so betrunken, dass er immer wieder vergessen hat, was ich gesagt hatte, insofern musste ich immer nur ein Satz wiederholen…

Um 19 Uhr sind wir dann wieder alle Richtung Rio das Ostras gefahren, da ich morgen ja wieder Schule habe… Ich bin natürlich so süchtig nach Schule, dass ich es gar nicht abwarten kann.

Rio de Janeiro

Heute morgen sind wir (mein Gastvater und ich) nach Rio gefahren. Am Abend davor hat er gemeint, wir fahren um 7 Uhr morgens los. Hab mir gedacht, okay, wird also 8 oder 9… Erstaunlicherweise waren wir dann doch um viertel nach 7 im Auto…

In Rio angekommen, habe ich erst mal meine Gastoma kennengelernt… Von da aus sind wir mit ihr zusammen auf einen Kindergeburtstag gefahren. Die Kleine wurde 3 Jahre alt, die Party war aber so gross wie auf einer Hochzeit. Allerdings hat die Kleine die meiste Zeit geschlafen. :) In der Zwischenzeit ist auch meine andere Schwester aufgetaucht. Sie studiert hier in Rio Tiermedizin. Um 17 Uhr sind wir (4 gute Bekannte meiner Gastfamilie, meine Schwester aus Rio und ich) ins Shopping-Center gefahren, noch Dinge für meinen Gastvater einkaufen, da morgen Vatertag in Brasilien ist. Spontan haben wir beschlossen, ins Kino zu gehen, den neuen Batman-Film. Ja, habe alles verstanden, da hier in Brasilien im Fernsehen und Kino die Original-Filme gezeigt werden (also meistens auf Englisch), die Filme sind dann untertitelt.

Nach dem Film (23 Uhr in Rio, nicht gerade ungefährliche Zeit) meinte meine Gastschwester dann, dass wir nun meine jüngere Schwester (die mit mir zusammen in Rio das Ostras wohnt) treffen würden und zusammen mit ihrem Freund in einen Club gehen würden. Waren dann auch um halb zwölf im Club, brasilianische Musik ist einfach wunderbar… Um 4 sind wir dann gegangen und in die Wohnung meiner älteren Gastschwester aus Rio gefahren.

Habe an dem Tag gelernt, wer in Rio unfallfrei Auto fahren kann, kann es überall auf der Welt. Wo sonst fährt man mit 140 km/h durch eine Stadt?